Thermisch-taktile Stimulation

Die thermisch-taktile Stimulation (TTS) ist eine Technik zur Fazilitation des unwillkürlichen Schluckablaufs, bei der mit einem gekühlten Wattestäbchen oder einem Eisstimulator die vorderen Gaumenbögen und die Zungengrundregion berührt werden. Ziel ist die Aktivierung thermisch sensitiver Rezeptoren, um die Bereitschaft zum Übergang in den unwillkürlichen Schluckablauf zu erhöhen und die Latenz dieses Übergangs zu verkürzen.

Die TTS wird vor allem bei Patienten mit verzögertem oder ausbleibendem Übergang in den unwillkürlichen Schluckablauf eingesetzt – häufig nach Schlaganfall. Sie ist einfach durchführbar, gut toleriert und kann als vorbereitende Maßnahme vor der Mahlzeit oder direkt in die Schlucktherapie integriert werden.

Die Evidenzlage ist heterogen: Während kurzfristige Effekte auf die Latenz des unwillkürlichen Schluckablaufs beschrieben werden, fehlen belastbare Langzeitstudien zu funktionellen Outcomes. Die TTS gilt daher als unterstützende Technik innerhalb eines umfassenderen Therapieansatzes, nicht als Monotherapie.

Verwandte Begriffe: Stimulation, Restituierende Maßnahmen, Neurogene Dysphagie

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