SSA

Der SSA (Standardized Swallowing Assessment) ist ein klinisches Screening-Verfahren zur Beurteilung des Schluckvermögens am Krankenbett, das ohne instrumentelle Diagnostik durchgeführt werden kann. Er wurde von Perry (2001) entwickelt und ist besonders in der akutneurologischen Versorgung nach Schlaganfall etabliert.

Der SSA besteht aus drei Stufen: (1) allgemeine klinische Beurteilung (Bewusstsein, Lippenschluss, Hustenreflex, Stimmqualität), (2) Schluckversuch mit einem Teelöffel Wasser (dreimal wiederholt), (3) Schluckversuch mit 60 ml Wasser aus einem Becher. Bei Auffälligkeiten in Stufe 1 oder 2 wird die Untersuchung abgebrochen.

Der SSA ist leicht erlernbar und auch von geschultem Pflegepersonal durchführbar. Seine Sensitivität für stille Aspiration ist – wie bei allen klinischen Verfahren – begrenzt; bei Risikopatienten sollte eine instrumentelle Untersuchung (FEES, VFS) folgen. In Deutschland ist der GUSS das verbreitetere klinische Verfahren.

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