Die Sinus piriformes (Recessus piriformes, Morgagni-Taschen) sind paarig angelegte Ausbuchtungen des Hypopharynx lateral des Larynxeingangs. Sie liegen beidseitig zwischen der Aryepiglottischen Falte und der Innenwand des Schildknorpels und münden kaudal in den oberen Ösophagussphinkter.
Beim Schlucken fließt der Bolus beidseits am Larynx vorbei durch die Sinus piriformes in den Ösophagus. Bei reduzierter pharyngealer Peristaltik, unvollständiger OÖS-Öffnung oder bei asymmetrischen Schluckfunktionen kommt es zu Residuen in einem oder beiden Sinus piriformes. Diese Residuen können nach dem Schlucken in den offenen Larynx überlaufen und eine postdeglutitive Aspiration verursachen.
In der FEES-Untersuchung sind Sinus-piriformis-Residuen direkt sichtbar und ein wichtiger Befundparameter. In der VFS stellt sich die Passage durch die Sinus piriformes in seitlicher und a.p.-Projektion gut dar. Therapeutisch kommen Mehrfachschlucke, Kraftschluck oder Mendelsohn-Manöver zum Einsatz.
