Pulsoximetrie

Die Pulsoximetrie ist ein nicht-invasives Verfahren zur kontinuierlichen Messung der peripheren Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO₂). In der Vergangenheit wurde sie im Kontext der Schluckdiagnostik als adjunktives Screening-Instrument diskutiert – mit der Annahme, dass Aspiration zu einem messbaren Abfall der Sauerstoffsättigung führe.

Diese Annahme ist durch mehrere methodisch hochwertige Studien widerlegt. Die Pulsoximetrie ist nicht in der Lage, Aspiration zuverlässig zu detektieren: Die Sensitivität ist zu gering, die Rate falsch negativer Befunde klinisch nicht akzeptabel. Insbesondere stille Aspiration – die klinisch bedeutsamste Form – erzeugt häufig keine messbare Desaturierung. Umgekehrt führen viele andere Faktoren (Körperbewegung, periphere Durchblutung, Raumluft) zu Sättigungsveränderungen ohne jede Aspirationskorrelation.

Der Einsatz der Pulsoximetrie als Aspirationsscreening ist damit fachlich nicht vertretbar und sollte in keinem diagnostischen Protokoll als Aspirationsindikator verwendet werden. Für die valide Beurteilung der Schlucksicherheit sind ausschließlich instrumentelle Verfahren (FEES, VFS) geeignet.

Verwandte Begriffe: Stille Aspiration, FEES, VFS, Klinische Schluckuntersuchung

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