Presbyphagie bezeichnet die altersbedingten Veränderungen des Schluckaktes, die im Sinne eines physiologischen Alterungsprozesses auftreten und nicht primär auf eine Erkrankung zurückzuführen sind. Im höheren Lebensalter kommt es zu einem allmählichen Abbau der am Schlucken beteiligten Muskelkraft und -koordination.
Typische Veränderungen umfassen: verlangsamte orale Bolustransitzeit, reduzierte Zungendruckkraft, verminderte laryngeale Sensibilität, abgeschwächte Hustenreflexe und eingeschränkte Larynxelevation. Diese Veränderungen führen zu einer erhöhten Vulnerabilität gegenüber dysphagieverursachenden Erkrankungen.
Klinisch bedeutsam ist die Abgrenzung zwischen physiologischer Presbyphagie und pathologischer Dysphagie. Erstere erfordert zunächst keine spezifische Therapie, kann jedoch bei zusätzlicher Erkrankungsbelastung (z. B. Pneumonie, Medikamenteneinnahme, Dehydratation) rasch dekompensieren. In der Versorgung älterer Patienten ist ein Screening auf Schluckprobleme grundsätzlich empfehlenswert.
