Die oropharyngeale Dysphagie bezeichnet Schluckstörungen, die in der oralen oder pharyngealen Phase des Schluckaktes auftreten. Sie ist die klinisch und therapeutisch relevantere Form der Dysphagie und liegt im logopädischen Kompetenzbereich.
Ursachen sind überwiegend neurologisch (Schlaganfall, Parkinson, ALS, Demenz) oder strukturell (Kopf-Hals-Operationen, Bestrahlungsfolgen, Kopf-Hals-Tumore). Klinische Zeichen umfassen Husten und Räuspern beim oder nach dem Essen, veränderte Stimmqualität nach dem Schlucken, Bolus-Verbleib im Mund, Nahrungsverweigerung, Gewichtsverlust und rezidivierende Pneumonien.
Die Diagnostik umfasst klinische Screeningverfahren (z. B. GUSS, EAT-10) und instrumentelle Untersuchungen (FEES, VFS). Therapeutisch stehen restituierende, kompensatorische und adaptative Verfahren zur Verfügung. Im Unterschied zur ösophagealen Dysphagie – die primär in den gastroenterologischen Behandlungsbereich fällt – ist die logopädische Intervention bei oropharyngealer Dysphagie die Therapie der Wahl.
