Das Mendelsohn-Manöver ist ein aktives Schluckmanöver, bei dem der Patient willkürlich die Larynxelevation auf dem Höhepunkt des Schluckaktes für mehrere Sekunden aufrecht hält. Ziel ist die Verlängerung der OÖS-Öffnungszeit und damit eine verbesserte Boluspassage in den Ösophagus.
Die Durchführung erfordert zunächst das bewusste Erspüren der Kehlkopfhochstand-Bewegung (ggf. mit Handauflage am Kehlkopf), um diese dann willentlich zu prolongieren. Das Manöver kombiniert restituierende Effekte (Muskelkräftigung) mit kompensatorischen Auswirkungen (verbesserte OÖS-Öffnung).
Indikationen sind vor allem eingeschränkte Larynxelevation und krikopharyngeale Dysfunktion. Es ist anspruchsvoll in der Ausführung und setzt ausreichend kognitive und motorische Kooperation des Patienten voraus. Instrumentell (VFS, FEES) lässt sich die korrekte Ausführung und Wirkung direkt überprüfen.
