Luftanhalteskala nach Murray

Die Luftanhalteskala (Murray Secretion Scale, Murray et al. 1996) ist eine vierstufige Bewertungsskala zur Einschätzung von Speichelretentionen und Speichelansammlungen im Bereich des Larynxeingangs, die im Rahmen einer FEES-Untersuchung beurteilt werden. Sie ist konzeptuell von der PAS zu trennen: Während die PAS bolus­bezogene Ereignisse bewertet, erfasst die Murray-Skala den Ruhezustand der laryngealen Sekretbelastung vor jedem Schluckversuch.

Die vier Stufen:

Stufe 0: Kein Speichel im Larynxbereich sichtbar – unauffälliger Befund.

Stufe 1: Speichel ist im Larynxbereich sichtbar, jedoch ausschließlich in den Valleculae oder auf den aryepiglottischen Falten, nicht im Aditus laryngis.

Stufe 2: Speichel hat den Aditus laryngis erreicht, verbleibt jedoch oberhalb der Stimmlippen – Penetration des Speichels.

Stufe 3: Speichel ist unterhalb der Stimmlippen nachweisbar – Speichelaspiration ohne erkennbare Schutzreaktion. Dies entspricht einer stillen Aspiration von Speichel und ist klinisch als hohes Risiko für Aspirationspneumonien zu werten.

Die Murray-Skala ist in der FEES-Befundung ein eigenständiger Parameter, der unabhängig vom Bolusschlucken erhoben wird. Ein Wert von 2 oder 3 noch vor dem ersten Schluckversuch ist ein bedeutsamer Befund und Hinweis auf eine schwerwiegende Beeinträchtigung der laryngealen Schutzfunktion im Ruhezustand. Die Skala wird häufig gemeinsam mit der PAS dokumentiert und ermöglicht eine vollständigere Befunddarstellung in der FEES.

Verwandte Begriffe: PAS, FEES, Speichelmanagement, Stille Aspiration, Aspiration

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