EMST steht für Expiratory Muscle Strength Training (Training der Exspirationsmuskelkraft). Dabei wird ein kalibriertes Druckventil-Gerät verwendet, gegen das der Patient wiederholt ausatmet. Ziel ist die Kräftigung der Bauchmuskulatur, des Zwerchfells und der suprahyoidalen Muskulatur, die indirekt an Schluck- und Hustenreflex beteiligt sind.
Ursprünglich in der Therapie des Morbus Parkinson etabliert, wird EMST heute bei verschiedenen neurogenen Dysphagien eingesetzt. Studien zeigen Verbesserungen bei der Schluckkraft, der suprahyoidalen Muskelaktivierung und – als sekundärer Effekt – des willkürlichen Hustens. Gerade die Verbesserung des Schutzhustens ist klinisch bedeutsam, da ein effektiver Hustenstoß aspirierte Materialien aus den Atemwegen befördern kann.
Das Protokoll umfasst üblicherweise fünf Sets mit fünf Wiederholungen täglich über mehrere Wochen. Das Gerät ist für den Eigengebrauch zuhause geeignet und unterstützt die selbstständige Durchführung als Hausaufgabe.
