Bolusmodifikation bezeichnet die gezielte Anpassung von Konsistenz, Volumen, Viskosität oder Temperatur des Bolus mit dem Ziel, das Schlucken sicherer und effizienter zu gestalten. Sie gehört zu den kompensatorischen Strategien in der Dysphagietherapie, da sie nicht die zugrunde liegende Störung behandelt, sondern die Schluckbedingungen optimiert.
Typische Maßnahmen umfassen: Andicken von Flüssigkeiten (bei aspirationsgefährdeten Patienten), Pürieren oder Passieren fester Nahrung (bei eingeschränkter Kaukapazität oder reduziertem oralem Transport), Verwenden kleiner Bolusvolumina (bei verzögertem Übergang in den unwillkürlichen Schluckablauf) sowie Temperaturmodifikation (gekühlte oder erwärmte Speisen zur sensorischen Fazilitation).
Bolusmodifikation sollte stets auf Basis einer strukturierten Schluckdiagnostik (FEES, VFFS) individuell verordnet und regelmäßig überprüft werden. Eine zu restriktive Kostanpassung ohne Evidenz kann die Lebensqualität unnötig einschränken und zu Mangelernährung führen. IDDSI liefert den Rahmen für eine standardisierte Umsetzung.
Verwandte Begriffe: IDDSI, Andickungsmittel, Diätetische Maßnahmen, Kompensatorische Maßnahmen, Malnutrition
