Andickungsmittel

Andickungsmittel sind Substanzen, die Flüssigkeiten eine höhere Viskosität verleihen, um das Aspirationsrisiko bei Patienten mit Dysphagie zu reduzieren. Die Grundannahme: dickflüssige Konsistenzen passieren den Pharynx langsamer und geben dem Körper mehr Zeit, den Übergang in den unwillkürlichen Schluckablauf auszulösen und die Atemwege zu schützen.

In der Praxis werden primär zwei Substanzklassen eingesetzt: Stärkebasierte Andickungsmittel (schnelle Wirkung, können sich mit Zeit verflüssigen) und Xanthan-basierte Andickungsmittel (stabilere Viskosität, für die meisten Patienten verträglicher). Der Dickungsgrad richtet sich nach der IDDSI-Skala und sollte instrumentell (VFS, FEES) validiert werden.

Wichtig: Nicht alle Patienten profitieren von Andickung. Bei einigen Erkrankungsbildern (z. B. reduzierte Zungenmuskelkraft) können dickere Konsistenzen die Schlucksituation verschlechtern. Die Anpassung muss immer individuell und auf Basis einer bildgebenden Schluckdiagnostik erfolgen.

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